Weltcup Oberhof – Ergebnisse – Biathlon

Foto: Manzoni/IBU

Freitag

Alexandr Loginov gewinnt Sprint von Oberhof

Ein paar wenige Athleten sind zwar noch auf der Strecke, von ihnen wird aber niemand mehr vorne eingreifen können. Der Sieg im Sprint geht somit an Alexandr Loginov aus dem russischen Team. Mit einem Fehler konnte er sich mit 6,5 Sekunden Vorsprung gegenüber Gesamtweltcupsieger Emilien Jacquelin aus Frankreich durchsetzen. Er hatte zweimal in die Strafrunde gemusst. Dritter wird Sturla Holm Laegreid aus dem norwegischen Team. Ihm hatten 15,1 Sekunden gefehlt.

Im deutschen Team konnten heute Johannes Kühn und Roman Rees überzeugen. Kühn holte sich dank einer starken Laufzeit trotz zweier Schießfehler noch Platz vier ab, für Rees wurde es mit einem Fehler direkt dahinter Position fünf und das mit Abstand beste Saisonergebnis. Ärgern dürfte sich Erik Lesser, bei dem auch die Top Ten möglich waren. Drei Fehler waren am Ende dann aber einfach zu viel und es wurde Platz 15. Im Ziel angekommen ist inzwischen auch Lucas Fratzscher, der sich mit Platz 22 für die Nominierung beim Trainer bedankte. Weiter hinten zu finden sind Benedikt Doll (38.) und Philipp Nawrath (51.), die aber ebenfalls im Verfolger vertreten sind.

Einen Tag zum Vergessen erlebten die Österreicher. Dort heißt es heute lange suchen, bis man in den Ergebnislisten den ersten Athleten ausmachen kann. Felix Leitner landete durch die schwache Laufleistung nach zwei Fehlern auf Platz 50., Simon Eder war sogar nur 55. Sie sind auch die Einzigen, die am Sonntag im Verfolger noch einmal starten dürfen.

Wenig zu holen gab es auch für die Schweizer. Joscha Burkhalter konnte als Einziger mit einer guten Leistung auftrumpfen und sicherte sich mit Platz 29 ein gutes Resultat. Wiestner und Stalder enttäuschten mit Plätzen jenseits der Top 90.

Marte Olsbu Røiseland gewinnt vor Hanna Sola und Julia Simon

Marte Olsbu Røiseland setzt im Kampf um den Gesamtweltcup ein weiteres Ausrufezeichen und stürmt im Sprint von Oberhof zu ihrem vierten Sieg in der laufenden Saison. Durch nur einen Fehler und der sechstbesten Laufzeit war die Norwegerin, die das Rennen früh aufgenommen hat, nicht mehr von der Spitze zu verdrängen. Hanna Sola aus Belarus sowie die Französin Julia Simon teilen sich zeitgleich den zweiten Platz und konnten sich damit vor Dzinara Alimbekava und Ingrid Landmark Tandrevold behaupten. Elvira Öberg hatte überraschend auf der Loipe einige Probleme und landet deswegen nur auf dem 15. Rang.

Der deutsche Skiverband wird mit dem Resultat beim Heim-Weltcup wohl nicht zufrieden sein. Einzig Lokalmatadorin Vanessa Voigt konnte überzeugen und sich mit einem fehlerfreien Schießen auf dem 14. Rang einreihen. Der 24-Jährigen folgen Vanessa Hinz (25. Platz) und Denise Herrmann (26.). Bei Franziska Hildebrand (46.) sowie Janina Hettich (56.) reichte es zwar nicht zu Weltcup-Zähler, dafür aber zumindest zur Qualifikation für den Verfolger am Sonntag. Anna Weidel musste das Rennen nach einem Sturz vorzeitig aufgeben, über eine mögliche Verletzung ist zur Stunde noch nichts bekannt.

Auch Lisa Theresa Hauser (18.) hat die Top-Ten deutlich verpasst. Die 28-Jährige weist nach insgesamt zwei Patzern am Schießstand einen Rückstand von über einer Minute auf die Spitze auf. Dennoch wird Hauser dadurch mit Abstand die beste Athletin aus dem Team des österreichischen Skiverbandes. Katharina Innerhofer (63.), Julia Schwaiger (71.) sowie Christina Rieder (90.) haben allesamt enttäuscht und damit den Verfolger verpasst.

Noch schlechter stellt sich die Situation beim Swiss-Team dar, wo alle Läuferinnen die Weltcup-Punkte verfehlt haben. Amy Baserga (46. Platz) konnte sich als einzige Starterin unter den besten 60 einreihen. Dieses Ziel haben Lea Meier (67.), Aita Gasparin (69.), Elisa Gasparin (70.) und Selina Gasparin (80.) nicht erreicht.

Samstag

Norwegen gewinnt Mixed Staffel von Oberhof- Deutschland auf Platz 6

Im Endeffekt ist das Ergebnis keine große Überraschung. Die favorisierte norwegische Staffel mit Tarjei Bø, Johannes Thingnes Bø, Ingrid Landmark Tandrevold und Marte Olsbu Røiseland darf sich über einen Start-Ziel-Sieg freuen, der letztlich nie ernsthaft in Gefahr geraten ist. Nur sechs Nachlader sowie durchgehend gute Laufleistungen waren das Erfolgsgeheimnis. Auch Belarus (Mikita Labastau, Anton Smolski, Dzinara Alimbekava, Hanna Sola) absolvierte ein konstantes Rennen und demonstrierte die geschlossene Stärke des Teams. Die französische Mannschaft um Antonin Guigonnat, Simon Desthieux, Anaïs Bescond, Julia Simon kämpfte sich nach einem durchwachsenen Beginn zurück, wobei vor allem Schlussläuferin Simon einen gehörigen Betrag zum Podium geleistet hat.

Obwohl es für die Staffel des deutschen Skiverbandes nicht für das Podest gereicht hat, dürfen sich Roman Rees, Benedikt Doll, Vanessa Voigt sowie Vanessa Hinz trotzdem über einen gelungenen Auftritt freuen. In Abwesenheit von Johannes Kühn und Denise Herrmann fehlten schließlich nur neun Sekunden auf Frankreich, welche die entscheidenden Metern auf der Strecke gut machen konnten. Mit nur sechs Nachladern im gesamten Rennen schneidet das DSV-Quartett mit der drittbesten Schießleistung aller Mannschaft ab.

Ganz knapp hinter den Top-Ten landet die Mannschaft des österreichischen Skiverbandes. Katharina Innerhofer ist nach Vorarbeit von David Komatz, Felix Leitner und Julia Schwaiger auf der elften Position über die Ziellinie gelaufen. Dabei lag das ÖSV-Quartett bereits zu einem früheren Zeitpunkt im Wettkampf weiter zurück und hat am Ende wenigstens noch ein paar Plätze aufgeholt.

Die Überraschung ist für das Swiss-Team ausgeblieben. Schon zu Rennbeginn waren Sebastian Stalder, Serafin Wiestner, Elisa Gasparin und Aita Gasparin lediglich in einer klaren Außenseiterrolle und liefen dann dem Geschehen über die gesamte Distanz hinterher. Letztendlich landen die vier Athletinnen und Athleten der Eidgenossen nach einer Strafrunde auf dem 16. Platz.

Russisches Duo gewinnt Single Mixed Staffel

In einem nicht ganz leichten und fehlerreichen Rennen hat das russische Duo Babikov & Reztsova am Schießstand am sichersten gezeigt und konnten den Wettbewerb ab Rennmitte nach Belieben dominieren. Lisa Theresa Hauser leistete sich ein paar Fehler zu viel, weshalb nicht mehr als Rang zwei möglich war. Routinier Simon Eder zeigte dafür einmal mehr, dass er mit derartigen Formaten bestens zurechtkommt. Das ukrainische Duo blieb ohne Strafrunde und sicherte sich Rang drei. Dabei profitierten sie jedoch auch von den unerwartet schwachen Auftritten der Teams aus Norwegen und Frankreich. Bemerkenswert ist sicherlich der sechste Platz von Team Belgien, bestehend aus Florent Claude und Lotte Lie.

Erik Lesser und Franziska Hildebrand haben lange Zeit einen sehr guten Job gemacht und das Rennen mitbestimmt. Allerdings leistete sich Hildebrand bei ihrem zweiten Auftritt drei Nachlader im Liegendanschlag und verlor beim finalen Stehendschießen sehr viel Zeit. Beim aufkommenden Wind wäre für ein Podiumsplatz ein wenig mehr Courage nötig gewesen. Somit reichte es nur zu Rang sieben, was angesichts des Rennverlaufes natürlich eine kleine Enttäuschung ist.

Die Teams aus der Schweiz, Slowakei und China komplettieren die Top 10. Die beiden hoch eingeschätzten Duos aus Frankreich (Claude & Chevalier-Bouchet) und Norwegen (Christiansen & Lien) patzten am Schießstand böse und müssen sich mit den Rängen elf und 15 zufrieden geben.

Sonntag

Quentin Fillon Maillet gewinnt Verfolgung von Oberhof

Lange Zeit sah alles nach einem deutlichen Sieg von Alexander Loginov aus. Allerdings warf der Russe den Sieg im letzten Schießen weg. Fillon Maillet bewies einmal mehr, dass er ein Weltklasse-Athlet ist und gewann das Rennen durch ein sensationelles letztes Schießen. Samuelsson konnte die Pace im Stehendanschlag nicht ganz mitgehen, sicherte aber immerhin den starken zweiten Platz. Rang drei geht nach einem Rennen mit Ups & Dwns an den Norweger Tarjei Bø.

Roman Rees und Erik Lesser haben die Positionen getauscht und kommen auf Rang sechs und acht ins Ziel. Gerade die Schlussrunde von Rees kann gar nicht hoch genug bewertet werden. Benedikt Doll hat ebenfalls ein klasse Rennen absolviert und konnte sich von Rang 37 auf 15 verbessern. Ein ganz wichtiges Zeichen vor den Olympischen Spielen. Für Johannes Kühn waren sechs Fehler heute deutlich zu viel. Der stärkste Deutsche der Saison kommt nur als 22. ins Ziel. Philipp Nawrath konnte sich nach Rang 51 im Sprint deutlich verbessern und überquert die Ziellinie als 25. Für Lucas Fratzscher (52.) lief heute nicht viel zusammen.

Die Aufholjagd von Felix Leitner endet auf dem 16. Rang. Damit kann der Österreicher sehr zufrieden sein. Leider ist ihm keine fehlerfreie Einlage im Stehendanschlag geglückt.

Joscha Burkhalter hat die Punkteränge als 41. leider ganz knapp verpasst. Der Schweizer hat insbesondere im Liegendanschlag zu viele Scheiben stehen lassen.

Start Ziel Sieg für Marte Olsbu Røiseland

Marte Olsbu Røiseland kann auf den letzten Metern lässig austrudeln lassen und gewinnt mit 33,4 Sekunden Vorsprung zu Hanna Öberg nach dem Sprint auch den Verfolger. Dzinara Alimbekava komplettiert das Podest vor den beiden Französinnen Julia Simon und Anaïs Chevalier-Bouchet.

Eine klasse Leistung liefert nach ihrem Sprint wieder Vanessa Voigt ab. Mit zwei Fehlern wird sie wie am Freitag wieder Zwölfte und beste Deutsche. Neben ihr konnte aus dem deutschen Team auch Franziska Hildebrand durchaus überzeugen. Für sie ging es von der 46 bis auf die 20 nach vorne. Die anderen deutschen Frauen haderten beim Schießen. Vier Fehler gab es von Vanessa Hinz, die 31. wird. Noch weiter hinten landen Denise Herrmann, die satte acht Fehler schoss. Da nutzt dann auch eine gute Laufform nicht viel. Sie wird 41., Janina Hettich wurde mit fünf Fehlern 48.

Auf ein gutes Rennen blickt auch Lisa Theresa Hauser. Nur im ersten Schießen leistete sie sich einen Fehler, danach kam sie fehlerfrei durch. Dadurch konnte sie von Platz 18 auf Position sechs nach vorne stürmen. Hauser war die einzige Österreicherin im heutigen Rennen.

Amy Baserga blickt auch auf einen schwierigen Tag zurück. Mit zwei Fehlern kommt sie am Schießstand zwar gut weg, im Laufpart aber hat sie zu viel verloren, um damit auch noch was rauszuholen. Mehr als Platz 46 war nicht drin.

Autor: Michel Henschel