Wochenende in Östersund – Biathlon Weltcup

Samstag

Einzel Weltmeisterin Markéta Davidová gewinnt erstes Saison Rennen

Weltmeisterin Markéta Davidová untermauert einmal mehr, dass sie im Einzel eine Klasse für sich ist und gewinnt den Saisonauftakt in Östersund mit einer überlegenen Vorstellung und mehr als einer Minute Vorsprung. Lisa Hauser aus Österreich startet ihre Saison mit einem grandiosen zweiten Platz und auch beim DSV darf gefeiert werden. Denise Herrmann kommt mit nur einem Fehler durch und komplettiert auf Platz drei das Treppchen.

Für das deutsche Team ist der Auftakt nicht nur wegen des Podestplatzes von Denise Herrmann allemal gelungen. Auch dahinter sieht es gut aus. Dabei sind es nicht die etablierten Kräfte Franziska Preuß (23.) und Vanessa Hinz (24.), die abgeliefert haben. Anna Weidel ist dank fehlerfreier Schießleistung Neunte geworden, Vanessa Voigt mit einem Fehler Zwölfte. Nur Janina Hettich und Juliane Frühwirth haben die Top 30 verpasst.

Für Österreich hat Lisa Hauser heute mal wieder einen sensationellen Auftritt hingelegt und die Saison mit einem zweiten Platz eröffnet. Dahinter kommt allerdings lange gar nichts bei Rot-Weiß-Rot. Alle anderen Österreicherinnen finden sich jenseits der Top 50 wieder.

Im schweizerischen Team kann man heute nicht wirklich zufrieden sein. Keine einzige Läuferin hat es in die Punkte geschafft. Selina Gasparin hat das Rennen als beste Schweizerin auf Rang 34 beendet. Amy Baserga hat bei ihrem Weltcupdebüt lange überzeugt und erst beim letzten Schießen zwei Fehler produziert.

Sturla Holm Laegreid siegt beim Saisonauftakt

Der Großteil der Starter ist inzwischen im Ziel angekommen und auf den Topplatzierungen wird sich nichts mehr tun. Somit ist es offiziell, dass der Sieg beim Saisonauftakt in Östersund an Sturla Holm Laegreid geht. Der Norweger zeigte heute eine perfekte Leistung am Schießstand und war auch läuferisch ordentlich dabei. Tarjei Bø belegte Platz zwei. Das Podest komplettiert mit Simon Desthieux ein Franzose. Für Überraschungen konnten Scott Gow aus Kanada mit Platz vier sorgen und Sivert Bakken, der mit Rang sechs aufzeigte und deutlich machte, dass Norwegen auch im Nachwuchsbereich so einige Topstars in der Warteschleife hat.

Für das deutsche Team gab es heute wenig zu holen. Mit seiner Leistung zufrieden dürfte einzig Justus Strelow sein. Er konnte mit einem Fehler und einer soliden Laufleistung den 13. Platz einlaufen. Roman Rees war lange auf dem Weg zu einem Topplatz, ließ aber mit drei Fehlern schließlich zu viel am Schießstand liegen. Da war mehr drin als Platz 14. Bei Benedikt Doll wurde es nur Rang 31. Philipp Horn und Philipp Nawrath landeten hinter den Top 50.

Auch im österreichischen Team schaffte es beim Saisonstart keiner der Athleten unter die Top Ten. Das beste Resultat nimmt Simon Eder mit, der mit zwei Fehlern 16. wurde. Felix Leitner leistete sich vier Fehler, konnte aber eine bessere Laufleistung abliefern, weshalb er nur vier Positionen hinter Eder auf Rang 20 gelandet war. David Komatz wurde 33. So gar nichts zu holen gab es für Julian Eberhard und Magnus Oberhauser, die es mit vielen Fehlern am Schießstand nicht unter die Top 70 geschafft hatten.

Überhaupt nicht rund lief es bei den Athleten aus der Schweiz von den heute niemand Punkte mitnehmen kann. Sebastian Stalder wird als bester Starter seines Teams mit zwei Schießfehlern 45. Benjamin Weger startete gut in sein Rennen, ließ dann aber in der zweiten Rennhälfte drei Scheiben stehen und kam so nicht über Platz 47 hinaus. Auch Jeremy Finello und Joscha Burkhalter leisteten sich einfach zu viele Fehler, um heute eine Rolle zu spielen.

Sonntag

Hanna Öberg gewinnt Heim-Weltcup

Mittlerweile haben alle 113 Akteurinnen die Ziellinie überquert, womit das Ergebnis feststeht! Den zweiten Teil des Season Openings im schwedischen Östersund gewinnt eine heimische Sportlerin: Hanna Öberg, die sich zwar läuferisch nicht ganz so stark zeigte wie ihre junge Schwester Elvira (zwei Fehlschüsse), dafür aber alle zehn Scheiben traf. Ebenfalls alle zehn Schuss versenkte Anaïs Chevalier-Bouchet aus Frankreich, die Platz zwei vor der läuferisch starken Marte Olsbu Røiseland belegt. Die Norwegerin komplettiert das Drei-Nationen-Podest.

Die deutschen Skijägerinnen konnten auf den Podestplatz drei von Denise Herrmann im gestrigen Einzel keinen vergleichbaren Erfolg folgen lassen. Franziska Preuß zeigte sich in der Laufspur zumindest solide und ließ nur eine Scheibe stehen, womit Platz sieben herausspringt. Anna Weidel bleibt erneut fehlerfrei und ist die einzige Akteurin des ganzen Wochenendes, die 30 Schuss verwandelte! Platz 16 reicht zwar nicht für die Olympianorm, ist dennoch ein weiterer Erfolg für die läuferisch schwächere Weidel. Die gestrige Dritte Denise Herrmann landet mit zwei Strafkarten auf Platz 25. Vanessa Voigt, Janina Hettich und Vanessa Hinz sowie Juliane Frühwirt landen unterschiedlich weit abgeschlagen außerhalb der Punkteränge.

Besonders hervorzuheben ist das Ergebnis des belarussischen Biathlon-Teams, das mit der fehlerfreien Dzinara Alimbekava auf Platz vier und Hanna Sola (eine Strafrunde) auf dem fünften Rang zwar knapp am Podest vorbeischrammt, aber eine starke Teamleistung vorzeigen kann!

Bei den Östereicherinnen hat die mit Abstand beste Athletin Lisa Theresa Hauser das starke Ergebnis von gestern nicht wiederholen können, sie muss sich nach Platz zwei gestern mit Rang 21 im Sprint begnügen. Dunja Zdouc verpasst für Rot-Weiß-Rot auf dem 31. Platz denkbar knapp die Punkteränge.

Nach einem schwachen Teamauftritt gestern wissen die Eidgenossinnen, auch heute keine bessere Leistung zu zeigen. Amy Baserga ist die beste Schweizer Sportlerin auf Platz 34, die erfahrene Selina Gasparin rangiert erst auf Platz 68.

Sebastian Samuelsson siegt im Sprint

Wie bei den Frauen konnte Schweden jubeln. Sebastian Samuelsson lieferte ein starkes Schießen und war auch in der Loipe top dabei, womit er seine Konkurrenz mit 11,8 Sekunden Vorsprung locker auf Abstand halten konnte. Zweiter wird Vetle Sjastad Christiansen aus Norwegen vor seinem Landsmann Johannes Thingnes Bø. Mannschaftlich gaben die Norweger wieder den Ton an. Fünf aus ihrem Reihen landeten in den Top 15.

Starkes Ergebnis von Philipp Nawrath Philipp Nawrath gehörte gestern mit Platz 80 noch zu den geschlagenen im Wettkampf. Heute lieferte er ein deutlich konzentriertes Rennen ab und nimmt mit Platz fünf ein starkes Ergebnis mit. Philipp Horn schließt den Wettkampf mit einem Fehler auf Platz 17 ab, Benedikt Doll wird 18. Für die übrigen deutschen Starter lief es nicht wie gewünscht und sie verpassten die Punkteplätze.

Bei den Österreichern kam auch heute kein Platz in den Top Ten raus. Die beste Leistung lieferte Simon Eder ab. Er bleib zwar fehlerfrei und belegte Platz 20. Felix Leitner rangierte mit einem Fehler auf Platz 31. Sie waren am Ende auch die Einzigen, die überhaupt Punkte mitnehmen können.

Bei den Schweizern sieht es ähnlich aus und auch in ihrem Team waren auch heute die großen Ergebnisse nicht drin. Nur Benjamin Weger gelang es sich nach dem verkorksten Einzel zu steigern. Mit zehn Treffern und einer soliden Laufleistung war er 15.

Autor: Michel Henschel