Frankreich zu souveränem Gold

Foto: Marek Černák


Quentin Fillon Maillet kann seinen finalen Meter genießen und hat sogar noch Zeit, sich mit dem Publikum abzuklatschen. Im Ziel wird er von den Teamkollegen Emilien Jacquelin, Martin Fourcade und Simon Dethieux empfangen, die mit ihm gemeinsam das erste Staffel-Gold nach einer langen Durststrecke bejubeln können. Das letzte Gold einer französischen Herren-Staffel konnten die Fans 2001 bejubeln.

Die Gold Favoriten aus Norwegen mit Vetle Sjåstad Christiansen, Johannes Dahle, Tarjei Bö und Johannes Thingnes Bø reicht es dieses mal nur zu Silber da das Team eine Strafrunde laufen musste und 12 mal am Schießstand Nachladen.

Allerdings hatte die Deutschen über weite Strecken den Ton angegeben. Beginnend mit einem überragenden Erik Lesser, leisteten sich danach Philipp Horn und Arnd Peiffer lediglich je einen Fehlschuss. Alle übergaben sie in Führung liegend. Doch Schlussläufer Benedikt Doll versagten die Nerven. Mit Gold vor Augen patzte der 29-Jährige am Schießstand. Während er das Unheil liegend mit drei Nachladern geradeso abwenden konnte, klappte das stehend nicht. Dort vergab Doll den Sieg endgültig und musste am Ende auch noch die Norweger vorbeiziehen lassen. Unter diesen Umständen stellt die Bronzemedaille einen schwachen Trost dar.

Österreichs Sündenbock heißt Julian Eberhard, der die Medaillenchancen in seinem Stehendschießen mit zwei Strafrunden vergab. Zuvor hatte die ÖSV-Staffel in der Tat an Bronze geschnuppert. Am Ende konnte Schlussläufer Dominik Landertinger nicht mehr viel retten, lief als Sechster ins Ziel.

Auch die Schweizer hatten ihren Schwachpunkt. Dieser hieß Mario Dolder und verpatzte die Staffel gleich als Startläufer, erlaubt sich eine Strafrunde. Das tat dann auch noch Serafin Wiestner. Die guten Leistungen von Jeremy Finello und Joscha Burkhalter fielen nicht mehr nennenswert ins Gewicht. Die Schweizer wurden am Ende Fünfzehnte.

Autor: Michel Henschel