Norweger siegen dank Johannes Thingnes Bø

Wer hätte das geglaubt? Nachdem es nach der Strafrunde zunächst so aussah, als würde Norwegen sich rausgeschossen haben, drehte Johannes Thingnes Bø das Blatt mit einer fulminanten Aufholjagd. Über die 7,5 Kilometer machte er immer mehr Boden zu Doll gut und lief auf der letzten Runde noch einmal 13 Sekunden zu, um sich schließlich im Zielsprint durchzusetzen. Da werden ihn seine Teamkollegen Johannes Dahle, Erlend Bjöntegard und Tarjei Bö danken müssen, wenn sie die Siegerehrung auf der obersten Stufe des Podests genießn.
Die deutsche Staffel unterlag zwar auf den finalen Metern, darf aber mit dem Rennen voll und ganz zufrieden sein. Philipp Horn machte seinen Job als Reservemann gut und blieb dran. Johannes Kühn und Arnd Peiffer zeigten daraufhin eine glanzvolle Leistung und konnten mit guten Lauf- und Schießleistungen Deutschland an die Spitze bringen. Benedikt Doll zeigte ebenfalls ein gutes Rennen und musste erst auf der Zielgerade Johannes Thingnes Bø vorbeiziehen lassen. Das dürfte doch Balsam auf die Seele sein, nachdem zuletzt so viel Kritik auf die Mannschaft einprasselte.
Das Quartett aus Frankreich mit Antonin Guigonnat, Emilien Jacquelin, Fabien Claude und Quentin Fillon Maillet landen auf den Dritten Platz mit einer Strafrunde und Acht Nachladern.
Die junge ÖSV-Staffel, die auf die etablierten Athleten verzichten musste, war heute der krasse Außenseiter und konnte natürlich nicht die Platzierung einlaufen, die sich die Zuschauer vielleicht gewünscht hätten. Insgesamt aber machte das Team seine Sache durchaus ordentlich und insbesondere Startläufer Komatz und Leitner gaben eine gute Figur ab. Verloren hatte das Team erst im zweiten Teil des Rennens, in dem es dann jenseits der Top Ten zurück ging. Am Ende wurde es ein solider zwölfter Rang.
Bei den Schweizern hingegen wäre durchaus noch etwas mehr drin gewesen und die Staffel hatte nicht nur am Schießstand, sondern auch in der Loipe ihre Schwierigkeiten. Elf Nachlader sind am Ende einfach zu viel, um sich einen Platz weit vorne zu sichern.
Autor: Michel Henschel