Norwegen gewinnt auch Herren Staffel

Foto: Petr Slavík/Český biatlon


Johannes Thinges Bø hat das goldene Grinsen schon im Gesicht, klatscht mit seinen Trainern ab und winkt lange vor dem Stadion ins Publikum. Es ist eine reine Genußfahrt für den Sprint-Weltmeister, der mit der Fahne in der Hand auf die Zielgerade biegt und seinen Teamkollegen bestehend aus Lars Helge Birkeland, Vetle Sjaastad Christiansen und Tarjei Bø in die Arme läuft. Das zweite norwegische Gold des Tages ist perfekt.

Auch Benedikt Doll wird frühzeitig mit einer Fahne versorgt, und auch er genießt die letzten Meter sichtlich. Eine tolle Vorstellung des deutschen Quartetts mit Erik Lesser, Roman Rees, Arnd Peiffer und Doll, das mit der Silbermedaille vermutlich sogar das Maximum erreicht hat.

Das Russische Team mit Matvey Eliseev, Nikita Porshnev, Dmitry Malyshko und Alexander Loginov lassen sich die Butter nicht vom Brot nehmen und bringt die Bronzemedaille sicher ins Ziel. 16 Sekunden vor Tschechien überquert er die Linie. Zwei Sekunden dahinter folgen die Slowenen auf Platz fünf.

Mit hängendem Kopf biegt Martin Fourcade auf die Zielgerade ein und überquert die Linie als Sechster. Der einstige Dominator hat seiner Staffel heute eine Medaille gekostet. Was für ein bitterer Tag für ihn. Aber er zeigt wahre Größe und gratuliert den Medaillengewinnern im Zielraum fair. Und das in dieser schweren Stunde. Hut ab!

Bis zum vorletzten Schießen schnupperten die Österreicher noch an einer Medaille, am Ende sollte es für Felix Leitner, Simon Eder, Dominik Landertinger und Julian Eberhard aber “nur” zu Platz acht reichen. Da war sicherlich mehr drin – gerade, wenn man sich das Ergebnis der Tschechen und Slowenen ansieht.

Hintenraus haben auch die Eidgenossen mit Jeremy Finello, Benjamin Wege, Mario Dolder und Serafin Wiestner Federn gelassen. Zwei Strafrunden und zwölf Nachlader waren am Ende zu viel, um in die Top 10 zu laufen. So reicht es in der Endabrechnung nur zu Rang elf.

Autor: Michel Henschel