Hanna Öberg gewinnt Einzel Gold in ihrem Wohnzimmer

Foto: Ivana Drobáňová

Für die WM-Gastgeber gibt es heute also die heiß ersehnte erste Medaille. Und Hanna Öberg sorgte gleich mal für Gold. Basis dieses Erfolges war die Schießleistung. Ohne jede Strafminute bewegte sich die Olympiasiegerin dauerhaft unter den Top 3 und ging nach dem letzten Schießen erstmals in Führung. Diese Position ließ sich die 23-Jährige nicht mehr nehmen, behauptete am Ende knapp 24 Sekunden für der ebenfalls gänzlich fehlerfreien Lisa Vittozzi.

Trotz einer Strafminute kämpfte sich Justine Braisaz mit hoher Startnummer 71 und der sechstbesten Laufzeit noch auf das Podium und schnappte Laura Dahlmeier um sieben Sekunden die Medaille weg. Die zuletzt gesundheitlich angeschlagene Titelverteidigerin war heute gewiss nicht bei 100 Prozent, legte daher ganz besonders viel Konzentration aufs Schießen, was mit einer Ausnahme aufging. Diesen einen Fehler jedoch konnte Dahlmeier läuferisch mit der zehnten Zeit nicht kompensieren und musste mit Rang vier zufrieden sein.

Beim DSV herrschen nach dem Rennen sicher gemischte Gefühle vor. Laura Dahlmeier hat wieder einmal eine bärenstarke Leistung gezeigt und ihre dritte Medaille nur um sieben Sekunden verpasst. Ohne den einen Fehler wäre sogar Gold drin gewesen. Dahinter folgt dann allerdings lange nichts. Vanessa Hinz wird nach zwei Fehlern auf rang 18 zweitbeste Deutsche, Franziska Hildebrand landet mit drei Fahrkarten auf der 29 und Franziska Preuß nach vier Patzern auf Rang 35.

Wenn es doch bloß auf der Strecke noch ein kleines bisschen besser gegangen wäre bei Lisa Theresa Hauser. Die Österreicherin stürmt ohne Fehlschuss durch dieses Einzel und liegt im Ziel nur 20 Sekunden hinter den Medaillenrängen. Ein sensationelles Resultat für den ÖSV! Christina Rieger und Julia Schweiger konnten erwartungsgemäß nicht ganz so weit vorne angreifen und finden sich nach einigen Schießfehlern im Mittelfeld wieder.

Das Trio aus der Schweiz hat sich heute in toller Form präsentiert. Selina Gasparin hat nach ihrer Babypause alle Kritiker Lügen gestraft und ist mit nur einem Fehler in die Top Ten gestürmt. Die hat Lena Häcki mit zwei Fehlern als Elfte nur haarscharf verpasst. Elisa Gasparin auf Rang 20 rundet ein starkes Mannschaftsergebnis ab.

Autor: Michel Henschel